2. Vom Kinderbuch zum Islandpferd

Wie Familie Reber aufs Islandpferd kam – und was Dick und Dally damit zu tun haben.


„Ob ihrs glaubt oder nicht, aber meine Familie ist tatsächlich durch die Kinderbücher von Ursula Bruns zu den Islandpferden gekommen!

Was daraus einmal werden sollte, war aber damals wirklich noch nicht abzusehen. Ein eigener Hof, eine eigene Zucht, Turnierambitionen und -erfolge, all das war zu diesem Zeitpunkt noch nicht in der Gedankenwelt meiner Eltern. 

Es war auch nicht so, wie man es sich vielleicht vorstellt: Das kleine pferdebegeisterte Mädchen verliebt sich in die Ponys ihrer Bücherwelt und quengelt so lange, bis endlich eins mit einer großen Schleife um den Hals unter dem Weihnachtsbaum steht.

Nein, so war das nicht! Es war mein Vater, der von seinem Traum vom Reiten nicht lassen konnte. Er hatte aber schon lange die Nase voll von halsbrecherischen  Ritten auf durchgeknallten Pferden und suchte noch immer nach einer bequemen und ungefährlicheren Alternative. 

Eines Tages stieß er auf Dick und Dalli und die Ponys, das irgendwo bei mir in der Ecke lag und heute vielen eher in der Verfilmung Die Mädels vom Immenhof bekannt ist.

Über die lustigen Pferdchen in den Büchern wollte er nun mehr wissen, aber wo konnte man sich über sie informieren? Kurzentschlossen schickte er einen Brief an die Autorin des Buches und bat sie um Informationen. Und tatsächlich hatte er schon bald eine Antwort in der Post.

„Das sind Isländer“,  erfuhr er und erhielt den Tipp:

„Schaut euch mal bei Walter Feldmann in Aegidienberg um, er züchtet schon seit einiger Zeit diese Rasse, dort findet ihr vielleicht, was ihr sucht!“

Aegidienberg war nun nicht gerade um die Ecke, aber das konnte meinen Vater nicht abhalten. Kurz entschlossen packte er uns Kinder ins Auto und die ganze Familie machte sich an einem Wochenende auf ins Rheinland.

Wir fuhren gut sechs Stunden von unserem Wohnort Wurz in Bayern.  Die lange Fahrt war ziemlich langweilig, aber letztendlich hat sie sich gelohnt, denn wir fanden, was wir suchten.

Als wir aus dem Auto kletterten, sahen wir sofort Pferde, die denen aus meinen Büchern ähnelten. Ich  erinnere mich nicht mehr so genau, wie viele es waren, schließlich liegt dieser Ausflug inzwischen ungefähr fünfundvierzig  Jahre zurück,  aber einige werden es wohl gewesen sein. 

Aus meiner Kinderperspektive – ich war gerade mal sieben  Jahre alt und die Jüngste von uns dreien – erschien mir der Islandpferdehof groß, aber natürlich war er es in Wahrheit nicht.

Man darf nicht vergessen, dass wir uns  gerade erst Ende der 60er Jahre befanden und da war auch Walter Feldmann sen, einer der Pioniere des Islandpferdesports in Deutschland, noch am Anfang.

Das Gangpferdezentrum bestand noch nicht, sondern lediglich das Gestüt Aegidienberg.

Walter führte uns herum, zeigte uns alles und erklärte einiges über die Besonderheiten dieser Rasse. Meinen Vater interessierte besonders der bequeme Tölt dieser Pferde.

Wahrscheinlich freute er sich insgeheim schon auf die entspannten Ausritte, von denen er schon so lange träumte. Hier schien er seinem Ziel endlich näher zu kommen.

Natürlich probierte er einige Pferde aus und entschied sich schließlich für Stjarni. Schnell wurde ein Termin vereinbart, wann wir ihn abholen konnten.

Nicht nur mein Vater, sondern auch ich freute mich riesig über diesen Kauf, denn die Islandpferde hatten gleich bei dieser ersten Begegnung mein Herz erobert.

Auch wenn ich unsere beiden Shettys liebte, spürte ich irgendwie: Diese Pferde hier waren etwas ganz Besonderes und ich träumte schon jetzt davon, eines Tages ein Islandpferd reiten zu dürfen.

Schon bald darauf machten wir uns erneut auf den Weg, um Stjarni abzuholen und nach Hause zu bringen. Nun gehörte also auch ein Islandpferd zu unserer Familie – und es sollte nicht das einzige bleiben!

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