4. Die kleine Vera setzt sich durch…

Mit zwölf Jahren sucht Vera ihr erstes Pferd aus und ahnt noch nicht, dass es das Pferd ihres Lebens ist.


Das Islandpferd nahm immer mehr Raum in unserem Leben ein.Täglich sammelten wir Erfahrungen mit unserer stetig wachsenden kleinen Herde, und wir starteten unsere ersten Zuchtversuche. Zu dieser Zeit machten wir auch unsere ersten Turniererfahrungen – zugegebenermaßen mit recht mäßigem Erfolg.

Aber man darf auch nicht vergessen, wie die Turniervorbereitung damals aussah: Nach wie vor hatten wir nur einmal im Jahr Reitkurs, das musste reichen. Sonst waren wir auf uns allein gestellt und hatten übers Jahr alle Zeit der Welt, um ein Pferd zu verreiten.

So war das damals, nicht zu vergleichen mit den heutigen Möglichkeiten in Sachen Unterricht und Beritt! Aber so lernten wir auch notgedrungen, mit unterschiedlichen Pferdetypen klarzukommen, etwas auszuprobieren und nach eigenen Wegen zu suchen.

Auch wenn es nicht immer funktionierte, hat uns das trotzdem weitergebracht.

Inzwischen war ich zwölf und hatte meine ersten Erfahrungen mit verschiedenen Pferden gemacht. Ich erbte meistens die, aus denen meine älteren Geschwister „rausgewachsen“ waren.

Vera verbrachte täglich viele Stunden im Stall
Das Wohnhaus der Familie Reber im Aufbau, wo heute das Lokal „Lipperthof bei Erkan“ sich befindet

1976 fuhren wir wieder mal nach Aschaffenburg. Das war eines der Highlights des Jahres, denn Aschaffenburg, diese eher unbedeutende Stadt, war eine zeitlang der Sehnsuchtsort von vielen Islandpferdeverrückten. Auf Hof Schellenmühle trafen wir Menschen mit der Begeisterung meiner Eltern, mit Visionen im Kopf und der Liebe zu einer Pferderasse im Herzen, mit der man in Deutschland noch wenig Erfahrungen hatte.

Alle waren auf der Suche nach dem Pferd, der seinen Besitzer ein Stückchen weiter bringen würde in dieser neuen Pferdewelt.

Normalerweise suchte mein Bruder die Pferde aus, und er hatte auch schon eins für mich im Auge…

Diesmal sollte auch ich ein Pferd bekommen. Normalerweise suchte mein großer Bruder die Pferde aus, und er hatte auch schon eins für mich im Auge.

Aber ich war mit seiner Auswahl nicht einverstanden, denn ich hatte mich längst in einen vierjährigen Schimmel verguckt.

Was mir an ihm gefiel? Er hatte einen tollen Tölt und war in jedem Tempo regulierbar.

Das war anders als bei meinem ersten Pferd, das immer taktklar, aber etwas langweilig vor sich hintöltete, und auch anders als bei seinem Nachfolger, der das ganze Gegenteil, nämlich heiß und nicht zu halten war.

Ich setzte mich gegen den großen Bruder durch – mit der Unterstützung meiner Eltern, obwohl mein Traumpferd für damalige Verhältnisse mit 7800 DM einen verdammt hohen Preis hatte. Zwei Pferde mussten sie dafür verkaufen, das werde ich ihnen nie vergessen!

Am Karfreitag 1976 habe ich meinen Frosti ausprobiert, am Ostermontag nahmen wir ihn mit nach Wurz. Ich war glücklich!

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