REITUNTERRICHT BEIM MEISTER

ALLES ISI! Ein Leben mit Islandpferden von Carina Heller

Aller Anfang ist schwer! So musste Carina anfangs Reitunterricht bei einem Militärreitlehrer a.D. nehmen, der nichts von Islandpferden hielt und diese sogar hasste.
Als ihre Mutter erkannte, dass dies für die reiterliche Entwicklung ihre Tochter nicht besonders förderlich war, musste ein anderer Reitlehrer gefunden her.

Das folgende Kapitel beschreibt die erste Reitstunde auf dem elterlichen Hof mit Walter Feldmann jr., der extra aus Aegidienberg angereist kam, um der kleinen Hofgemeinschaft auf Hestaborg das Tölten beizubringen!

Springen gehörte damals zum Unterricht auf Islandpferden, Foto/Carina Heller

Das Vorreiten fand der Einfachheit halber auf dem Schotterweg direkt vor unserem Hof statt. Ein Kapitalfehler in unseren Augen. Aber keiner, wirklich kein einziger von uns wollte das dem Meister sagen. Der eine oder andere lächelte nur etwas süffisant in sich hinein.

Meine Schwester Claudia, die Ihre Stute Brunka an Matzes Schwester Barbara verliehen hatte, wollte das Schauspiel nicht verpassen und kam extra aus dem Büro gelaufen.

Carina lernt ihre balance ohne Steigbügel zu halten, Foto/Carina Heller

 
„Ich bin mal gespannt“, flüsterte sie mir hinter vorgehaltener Hand zu, „die Brunka geht doch alleine keinen Meter vom Hof weg. Da wird sich unser Starreiter aber die Zähne an ihr ausbeißen.„

Der Meister probierte die ersten Pferde aus und ritt sie auf dem Schotterweg vor der Hofeinfahrt, in der die restlichen Teilnehmer mit ihren Pferden warteten, in allen Gangarten hin und her.

Er probierte mit allen Tricks und Mitteln, aus den trabenden Dreigängern doch irgendwie ein Fitzelchen Tölt herauszulocken. Und sieh da, bei Höttur gelang es ihm sogar. Wir waren tief beeindruck.

Dann drückte Barbara dem Meister die Zügel für unsere Brunka in die Hand. Sah sie ihm dabei tief in die Augen oder bildete ich mir das nur ein? Quatsch, die stille Barbara. „Was Du immer siehst“, würden die anderen bestimmt wieder sagen. Egal, das war jetzt auch nicht wichtig.

Unsere Rodeo-Brunka war an der Reihe. Es war mucksmäuschenstill in unserer Runde und erwartungsvoll starrten wir auf Pferd und Reiter. Und richtig: Brunka lieferte ihre Rodeo-Schau wie erwartet ab. Sie stieg und bockte, was das Zeug hielt.

Und schon war es mit der unnahbaren Arroganz des Meisters vorbei. Mit hochrotem Kopf versuchte er, sich oben zu halten. Das hatte er von unseren Wald- und Wiesenponys nun gar nicht erwartet.

Brunka, die kleine Kugel die zu einer echten Herausforderung für Walter Feldmann jr. wurde, Foto/Carina Heller

Brunka gab alles, um nicht von der Gruppe weg zu müssen. Aber der Meister tat auch alles dafür. Schließlich musste Brunka sich der aufgesetzten Gerte ergeben. Der Meister hatte sie endlich soweit. Brunka gab auf und ließ sich mit hängenden Ohren von der Gruppe und vom Hof wegreiten.

Wir litten mit ihr und dachten, „arme Brunka, gleich ist es vorbei und du bist erlöst“. Aber zu früh, denn er kam mit ihr zurück und ritt ein weiteres Mal an uns vorbei und zwar diesmal in die andere Richtung.

Wieder hielt er die Gerte hoch über ihrem Kopf und signalisierte ein „Wehe Dir“ – und Brunka spurte. Sie lief zwar nicht schnurgeradeaus, aber doch in die gewünschte Richtung.

Habt ihr etwa noch mehr solche Kleber? Foto/Carina Heller

Walter Feldmann stieg betont langsam ab, dünne Schweißrinnsale auf seiner Stirn zeugten von der körperlichen Anstrengung und wir alle konnten seine erhöhte Atmung hören und sehen.

Leicht abgekämpft fragte er: „Habt ihr etwa noch mehr solche Kleber?“ „Ähem, ja“, grinsten wir, „Frau Hellers „Rompferd“ Godi. Aber keine Sorge, der klebt nur und buckelt nicht.“

Glucksend mussten sich einige von uns umdrehen. Wir dachten, jetzt brauchte der Meister sicher erst mal eine Verschnaufpause, aber nein, Godi war direkt als nächstes dran. So ritt er sich durch alle teilnehmenden Pferde und ließ uns tief beeindruckt zurück.

Leseprobe: Alles ISI, von Carina Heller, Seite 144-146

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