Titel-Hringrás lífsins

Der Moment, wenn neues Leben auf diese Welt kommt, ist immer ein kleines Wunder, ganz egal ob es ein Mensch oder ein Tier ist. Der erste Schrei des Säuglings oder der Versuch des gerade geborenen Fohlens auf die langen, wackeligen Beine zu kommen sind magische Momente. Jeder, der diese Augenblicke erlebt hat, behält unvergessliche Bilder im Kopf, mancher, so wie ich, sogar eine ganze Geschichte.


Meine Stute Lukka decken zu lassen war ein alter, immer wieder verworfener Traum, genau genommen der meines Mannes, obwohl er mit den Pferden im Alltag eigentlich herzlich wenig zu tun hat. Trotzdem kam er immer wieder mit der Idee ein Fohlen zu ziehen, begeisterte sich für die Vorstellung es aufwachsen zu sehen wie ein zusätzliches Familienmitglied.

Ich sah das Ganze nüchterner: Zeit, Kosten – und das alles natürlich ohne Garantie, dass aus dem süßen Fohlen mal das Traumpferd  wird. Lange habe ich mich durchgesetzt und das Thema geriet immer mehr in Vergessenheit, bis meine Mutter schwer erkrankte.

Mein Mann, wohl um mich zu trösten, brachte das alte Thema wieder auf und ich ließ mich darauf ein. Die Auswahl des Hengstes und die Umsetzung unseres Projekts lenkten ab, schöne Bilder auf der Weide schafften es immer wieder traurige Gedanken zu verscheuchen.

Doch als meine Mutter nach einer grausamen Diagnose sehr schnell verstarb, versank ich in tiefe Traurigkeit und auch die Freude auf das kleine Fohlen, das im kommenden Sommer zur Welt kommen sollte, wollte sich zunächst nicht einstellen.

Doch langsam konnte ich loslassen und fieberte schließlich dem Tag seiner Ankunft entgegen. Das dies nur der 27. Juni – der Geburtstag meiner Mutter (und „nebenbei“ auch noch mein Hochzeitstag) sein konnte – davon war ich überzeugt und teilte es jedem mit, der es hören oder nicht hören wollte.

Als ich endlich an diesem Tag – am 27. Juni 2011 – in aller Frühe auf die Weide kam, quälte sich gerade ein kleines Etwas auf die staksigen Beine! Da standen sie in der Morgensonne – meine Lukka und ihre ihr aufs Haar gleichende kleine Tochter.

Ein unbeschreibliches Glücksgefühl durchströmte mich in diesem magisches Moment, der für mich ein wunderbares Beispiel für den Kreislauf des Lebens ist. Inzwischen ist Ylfa zu einer großen, kräftigen Stute herangewachsen. Sie ist wunderschön, freundlich gelehrig und neugierig auf das Leben – sie ist unser zweites Traumpferd!

Im 01.Mai 2018 wurde Ylfas Halbschwester Lóla geboren. Papa ist Teigur vom Kronshof. Auch sie ist wunderschön – genau wie ihre Mama und ihre große Schwester!

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